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Beschwerden
Bei Long Covid:
Dein Atem und das Nervensystem als Verbündete
Wenn Dein Körper nach einer Infektion einfach nicht mehr zur Ruhe kommt – hier findest Du einen ruhigen, ergänzenden Weg.
Long Covid und das Nervensystem
Long Covid zeigt sich selten nur an einer Stelle. Die Beschwerden reichen von anhaltender Fatigue über Konzentrationsstörungen bis zu körperlicher Unruhe – ein Bild, das viele Betroffene ratlos zurücklässt.
Ein Aspekt, der dabei oft im Hintergrund bleibt, ist das autonome Nervensystem. Nach einer viralen Belastung kann es in einer Art Daueralarm verharren – die Balance zwischen Anspannung (Sympathikus) und Erholung (Parasympathikus) gerät aus dem Gleichgewicht. Dieser Zustand kann bestehende Beschwerden verstärken und den Körper schwer zur Ruhe kommen lassen. Genau hier setzt meine Arbeit an: nicht an einem einzelnen Symptom, sondern an dem Zustand, aus dem heraus so vieles entsteht.
Warum die Atmung eine Schlüsselrolle spielt
Die Art, wie wir atmen, ist eng mit dem Zustand des Nervensystems verbunden – in beide Richtungen. Ein Nervensystem im Alarm lässt uns schneller und flacher atmen. Umgekehrt kann eine ruhige, funktionale Atmung dem Nervensystem das Signal geben, dass es sicher ist und herunterfahren darf.
In der Arbeit nach der Buteyko-Methode geht es darum, das Atemmuster behutsam zu normalisieren und die Toleranz gegenüber Kohlendioxid wieder aufzubauen – ein Faktor, der eine Rolle dabei spielt, wie gut der Körper mit Sauerstoff umgeht. Das Ziel ist kein Kraftakt, sondern das Gegenteil: wieder ruhiger, leiser und müheloser atmen zu lernen. Viele Menschen erleben, dass sich damit über die Zeit auch ein Gefühl von mehr innerer Ruhe einstellt.
Wieder mehr Einfluss spüren
Long Covid geht oft mit einem Gefühl von Ohnmacht einher – unvorhersehbare Schwankungen, Phasen, in denen scheinbar nichts hilft. Ein wichtiger Teil meiner Begleitung ist deshalb, Dir wieder das Erleben von Selbstwirksamkeit zu ermöglichen: kleine, konkrete Werkzeuge, mit denen Du in einem Moment der Unruhe selbst etwas tun kannst.
Durch sanfte Atemübungen lernst Du, Dein Nervensystem behutsam zu beruhigen und Erholungsmomente bewusster zuzulassen. Ergänzend können achtsame Übungen nach Liebscher & Bracht helfen, körperliche Verspannungen zu lösen, die sich durch Schonhaltungen aufgebaut haben. Es sind diese kleinen, spürbaren Momente – „ich konnte gerade selbst etwas verändern" –, die über die Zeit das Gefühl zurückbringen, dem eigenen Körper nicht hilflos gegenüberzustehen.
Geduld und Selbstmitgefühl – der Weg verläuft nicht linear
Der Weg bei Long Covid verläuft selten geradeaus. Er gleicht eher einer Spirale mit Fortschritten, Plateaus und gelegentlichen Rückschritten. Das ist keine Niederlage, sondern bei komplexen, systemischen Beschwerden ein ganz normaler Verlauf.
Gerade deshalb lege ich in der Begleitung besonderen Wert auf realistische Erwartungen und Selbstmitgefühl. Und auf eine ehrliche Vorbereitung: Die ersten Wochen mit Atemarbeit fühlen sich oft ruhig, fast unspektakulär an. Das ist kein Zeichen, dass nichts geschieht – im Gegenteil. Dein Nervensystem tastet sich vor und prüft, ob diese neue Ruhe sicher ist. Wer das weiß, bleibt eher dran und gibt nicht zu früh auf. Diese Fähigkeit, dem eigenen Körper geduldig und wohlwollend zu begegnen, ist für viele Menschen selbst schon ein wertvoller Teil des Weges.
Ein ganzheitlicher Ansatz – drei Bausteine, die zusammenwirken
Mein Ansatz verbindet drei Elemente, die sich gegenseitig ergänzen:
Diese Bausteine greifen ineinander. Es geht nicht um schnelle Effekte, sondern um eine geduldige, regelmäßige Praxis, die Schritt für Schritt eine solide Basis schafft. Viele Menschen, die diesen Weg gehen, berichten, dass sie über die Zeit wieder mehr Energie, Belastbarkeit und Lebensfreude erleben – ein Weg, der Geduld braucht, aber sich lohnt.